Gehirnforschung und Kommunikation

Von Zwiebelmodellen, Billionen von Denkmöglichkeiten und dem Versuch, Menschen zu verstehen …

Dr. Hannes Horngacher, MSc beschäftigt sich in seiner Masterarbeit des Universitätslehrganges für Interpersonelle Kommunikation 2010/2011 mit den zentralen Frage:

„Wie können wissenschaftliche, neurobiologische Erkenntnisse für unser tägliches Kommunikationsverhalten einsetzbar und verständlich gemacht werden? Warum läuft Kommunikation so wie sie läuft? Welche grundsätzlichen Faktoren beeinflussen unser Verhalten und spielen dann bei Handlungen eine Rolle?“

Auf der Suche nach Antworten zeigte sich bald eine unüberschaubare Fülle von Informationen: weltweit veröffentlichen jährlich etwa 60.000 Gehirnforscher über 100.000 Publikationen. Persönlich begegneten ihm u.a. die Gehirnforscher Gerald Hüther (Leiter der Zentralstelle für Neurobiologische Präventionsforschung der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen und des Instituts für Public Health der Universität Mannheim/Heidelberg), Manfred Spitzer (ärztlicher Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik in Ulm und Leiter des Transferzentrums für Neurowissenschaften und Lernen), Joachim Bauer (Universitätsprofessor in Freiburg mit Spezialgebiet Psychosomatik) und die deutsche Akademie für neurowissenschaftliches Bildungsmanagement. Fazit Horngacher: „Neurobiologische Erkenntnisse lassen sich gut in die Arbeit mit interpersoneller Kommunikation einsetzten. Die Herausforderung beim Lesen der Literatur besteht darin, die medizinische Fachsprache und die vielen Einzelinformationen für Workshops, Seminare und Beratungen verständlich aufzubereiten. Mit begreifbaren Modellen werden die TeilnehmerInnen zum Perspektivenwechsel sowie geändertem Kommunikationsverhalten angeregt. Faszinierend ist für mich dabei die Begeisterung der Menschen.“

Hannes Horngacher gründete 2005 die Unternehmensberatung Impuls Competence, die auf Kommunikation und Personalentwicklung spezialisiert ist. Als vorläufig letzte Ausbildung in einer Reihe von verschiedensten Fortbildungen absolvierte er den Universitätslehrgang für interpersonelle Kommunikation an der Universität Salzburg, eine Kooperation mit dem EAK, dem Europäischen  Aus- und Fortbildungszentrum für Kommunikation. Horngacher schloss bei diesem Institut bereits in den 1990er Jahren eine Kommunikationstrainerausbildung ab.

In den letzten 17 Jahren begleitete er etwa 10.000 Menschen in Seminaren, Trainings, Beratungen und Veranstaltungen international sehr erfolgreich. Der 47-jährige promovierte Jurist machte nach dem Studium, Gerichtspraxis und BWL Lehrgang erste berufliche Erfahrungen in einem weltweiten Beratungskonzern als Wirtschaftsjurist. Die Faszination galt aber immer der Arbeit mit Menschen und der Optimierung der Kommunikation untereinander. In einem internationalen Beratungsunternehmen sammelte er Erfahrungen mit Jobsuchenden und Jugendlichen als Berater und Coach. Als Prokurist einer Unternehmensberatung baute er sein europäisches Beraternetzwerk weiter aus und wickelt seit vielen Jahren internationale Kommunikationsprojekte ab.

Die Brücke von der Wissenschaft in die Wirtschaft

Hannes Horngacher beschäftigt sich in seiner täglichen Arbeit zum Thema Gehirnforschung mit zwei Grundmodellen. Das Zwiebelmodell nach Gerald Hüther zeigt anschaulich auf, welche Gehirnareale in welchen kommunikativen Situationen aktiv sind und welche Funktion diese haben. Das Modell der neuronalen Netzwerke veranschaulicht, wie unterschiedlich Menschen wahrnehmen und wie diese geprägt sind. Um die Komplexität des Gehirns zu erahnen, nennt Horngacher folgende Zahlen: Im Gehirn befinden sich über 100 Milliarden Gehirnzellen die miteinander bis zu 10.000-fach verbunden sind und so aneinandergereiht einer Länge des 145-fachen des Erdumfanges entsprechen.

„Jedes neuronale Netzwerk ist unterschiedlich ausgeprägt und hat sich nach persönlichen Erfahrungen entwickelt. „Im Laufe des Lebens führen diese Erfahrungen zu „neuronalen Autobahnen“, die sich als Stärken, Vorlieben oder Grundmuster im menschlichen Verhalten äußern“, sagt Horngacher. Das ergibt für jeden einzelnen Menschen einen immensen Individualitätsspielraum. „Die Veranschaulichung der Vielfalt an verschiedenen Prägungen jedes Menschen sind ein hilfreiches Bild für meine SeminarteilnehmerInnen, sich ihrer eigenen Gedankenmuster, eingefahrenen Positionen und eingespielten Handlungsweisen bewusst zu werden. Ich möchte mit meiner Arbeit dazu beitragen, dass Menschen die Unterschiedlichkeit des anderen als Bereicherung im Miteinander erkennen können.“

Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung besitzt Horngacher das Einfühlungsvermögen, um bei der Arbeit mit den Menschen und in der Begleitung von Entwicklungen und Prozessen Fingerspitzengefühl, Bauchgehirn, Empathie und Intuition im richtigen Maße zum Einsatz zu bringen.

Kleine Gehirnkunde

„Im Gehirn führen (vereinfacht dargestellt) vier Zwiebelschichten Regie. Das Frontalhirn (die Kommandozentrale für logische, sachliche Zusammenhänge), der Cortex (die Festplatte für unsere gesammelten Erfahrungen), das limbische System (die Emotionszentrale) und das Stammhirn (als ältester Teil zuständig für Grundlegendes, wie Herz/Kreislauf und Atmung, aber auch bei Konflikten aktiv).

Bedeutend für die Kommunikation ist nicht nur das kognitive Frontalhirn (Hüther spricht von unserer kognitiv überhitzten Gesellschaft) sondern vor allem das emotionale limbische Gehirn, das im Zusammenspiel der verschiedenen Gehirnareale das erste und letzte Wort hat. „ Wir sind viel weniger kognitive (bewusste) Wesen als wir glauben, sondern viel, viel mehr im Gehirn emotional angelegt.“

Speziell für das Lernen müssen wir das Gehirn als Sozialorgan begreifen. Gelernt wird dann besonders gut, wenn im Gehirn durch eine Dopamindusche die synaptischen Verbindungen wachsen können. Begeisterung und Dopamin im Gehirn entsteht, wenn unterschiedliche Kompetenzen mit anderen Menschen entwickelt werden. Wenn Menschen in sozialer Interaktion miteinander reden, diskutieren, tun und gemeinsame neue Ideen und Lösungen entwickeln. „Ich sehe es als meine Aufgabe, als verantwortungsvoller und kompetenter Begleiter und Moderator solche Lern- und Erfahrungsräume zur Verfügung zu stellen!“ Damit haben Menschen die Möglichkeit, ihre Reflexionskompetenz zu sensibilisieren und weiter zu entwickeln. Das schafft wiederum Verständnis für eigenes Verhalten – und das Verhalten von anderen.

Dem Universitätslehrgang für Interpersonelle Kommunikation stellt Horngacher ein gutes Zeugnis aus. Neben dem Erwerb von fundiertem theoretischem und methodischem Rüstzeug streicht Hannes Horngacher als Besonderheit des Lehrganges das gemeinsame Lernen, das Ausprobieren und den Praxisbezug heraus, welche „unter den Flügeln erfahrener Trainer“, so Horngacher, stark gefördert werden.

Das Leben ist zu bunt um alles durch eine Brille zu sehen – multidisziplinäre Methoden, Facetten und Zugänge

Hannes Horngacher liebt die Zusammenarbeit im Netzwerk. Unterschiedliche Sichtweisen, Einstellungen, Überzeugungen bereichern die Arbeit für den Kunden und mit Menschen. Ein besonderer Schwerpunkt in seiner Arbeit sind die Entwicklung von Führungskräften, die Begleitung von bestehenden Teams oder Abteilungen zu herausfordernden Themen, die Unterstützung bei Konflikten oder Seminaren zur Entwicklung von persönlichen und sozial-kommunikativen Kompetenzen. Je nach Aufgabenstellung greift er zu verschiedenen Methoden und Facetten seiner multidisziplinären Zugänge. Erfolgreiches Arbeiten ist für Hannes Horngacher in drei Bereichen messbar:

„Wenn für den Auftraggeber das Ziel der Veranstaltung erreicht wurde. Wenn die TeilnehmerInnen begeistert sind und spüren, dass entwicklungsfördernde Impulse gesetzt wurden. Wenn ich nach der Veranstaltung in der Reflexion das Gefühl habe, dass meine Begleitung wertvoll war.“

„Als Berater höre ich in Teams hinein und erfahre, was motiviert und demotivierend erlebt wird und kann nicht selten eine Verbindung zum Führungsverhalten des Chefs herstellen. Ich bin positiv erstaunt darüber, mit welcher Offenheit MitarbeiterInnen die kritischen Themen in ihrem Arbeitsbereich ansprechen. Oft fungiere ich als Übersetzer, damit bei den Beteiligten die Aussagen auch so ankommen, wie sie gemeint waren.“

„Eine dritte Herausforderung stellt die Nachhaltigkeit der Veranstaltungsergebnisse dar: eine Möglichkeit ist die Erarbeitung von konkreten Veränderungs- und Verbesserungsvereinbarungen. Das Controlling der Umsetzung wird so unterstützt. Bei offener Kommunikation fühlen sich MitarbeiterInnen ernst genommen. Sie sind bereit, sich mit ihrem Potential und Motivation für das gemeinsame Ziel und das gemeinsame Ganze zu engagieren.“ 

Sechs Stichwörter für Hannes Horngacher am Schluss

  1. Menschenbild:  „Ich möchte Menschen in ihrer Ganzheit sehen, in ihrer Individualität und einzigartigen Prägung. Dabei habe ich offensichtlich eine hohe Sensibilität für Prozesse. Die Erkenntnisse der Gehirnforschung können mir und meinen TeilnehmerInnen dabei viele Zusammenhänge und Hintergründe verständlich machen. Die begeisterten Rückmeldungen geben mir die Bestätigung, etwas Sinnvolles zu tun.“
  2. Familienmensch: „Ich bin verheiratet und habe vier Kinder. Die Familie ist für mich die Basis, ein wesentlicher Sinn meines Daseins. Als selbständiger Unternehmer habe ich in den Jahren gelernt, Beruf und Privatbereich zu kombinieren – und lerne da täglich dazu!“
  3. Award – Bosch-Siemens: „Überraschend wurden wir vom internationalen Hausgeräte Hersteller BSH (Bosch-Siemens) aus 60 namhaften Unternehmen als bestes Trainings- und Beratungsinstitut mit dem 1. Preis als Top-Partner ausgezeichnet. Die Top Performance haben wir in den Kriterien Qualität, Innovation, Verlässlichkeit, Zusammenarbeit, Teilnehmerrückmeldungen und Preis-/Leistungsverhältnis errungen.“

  4. Kompetenzentwicklung: „Nur Verhalten einstudieren ist zu wenig. Als zertifizierter Kompetenzentwickler arbeite ich in den Veranstaltungen, Beratungen und Coachings ganzheitlich. Ich begleite Menschen im Aufbau und der Entwicklung von umfassenden Kompetenzen. Dazu gehören persönliche, fachliche, handlungsorientierte, emotionale und sozial-kommunikative Kompetenzen.

  5. Zukunft: „Viele Wege führen nach Rom: Offenheit und Methodenvielfalt sind mir wichtig. Die Welt bietet eine unglaubliche Fülle an Wissen und Informationen an. Ich möchte meinen Beitrage leisten und Menschen und Organisationen in ihrer Entwicklung begleiten. Die Erkenntnisse der Gehirnforschung bleiben sicherlich ein sehr spannendes Thema“.

  6. Spaß und Nachhaltigkeit: „Das sind zwei Dinge, die zu meinen USP gehören. Selbst für schwierige Themen schadet eine gewisse Lockerheit und Leichtigkeit nicht. In allen Veranstaltungen ist mir eine Atmosphäre wichtig, die offenen Austausch, Aufnahmebereitschaft und Entwicklung ermöglicht. Mein Feuer brennt dafür, Impulse anzubieten, mit denen Menschen nachhaltig für sich in ihrem eigenen neuronalen Netzwerk etwas verändern können, und damit Verantwortung für ihr eigenes Leben übernehmen“.